Benefiz - Familiengottesdienst vom 21. Mai 2017

Am Sonntag, 21. Mai 2017 um 10.00 Uhr in der Kirche feierten wir einen besonderen Gottesdienst, in dem wir an die tschetschenische Familie dachten, der wir letztes Jahr Kirchenasyl gewährt haben.

Leider konnte die Familie nicht in der Schweiz bleiben und lebt seit letztem Sommer wieder in Tschetschenien, einem Land, das von einem Diktator regiert wird und in dem momentan Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung in Konzentrationslager inhaftiert und gefoltert werden. Das Leben in Tschetschenien ist sehr hart für die Familie, insbesondere die Kinder fühlen sich fremd in ihrer „Heimat“.

Mit dem Gottesdienst wollten wir unserer Verbundenheit mit der Familie M Ausdruck verleihen, und ihr wird die Kollekte zukommen.


Sibylle Forrer, Pfarrerin

 

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Wir wünschen der Familie alles Gute und Gottes Segen (Sommer 2016)

Die tschetschenische Familie, der wir seit dem 8. Mai im Pfarrhaus an der Dorfstrasse 115 Kirchenasyl gewährt haben, ist am 9. Juni 2016 aus der Schweiz ausgereist. Alle Bemühungen, dass die hier bestens integrierte Familie in der Schweiz bleiben kann, waren leider vergeblich. Anfangs der Woche vom 9. Juni wurde uns unmissverständlich mitgeteilt, dass die Familie die Schweiz definitiv verlassen müsse. Nach dieser Mitteilung durch die Kantonspolizei war es uns ein Anliegen, der Familie eine einvernehmliche Ausreise zu ermöglichen. Dies ist uns in engem Kontakt mit der kantonalen Sicherheitsdirektion, der Zürcher Landeskirche und dem Unterstützungskomitee «Hierzuhause» gelungen. Die Familie hat am Mittwochabend Abschied von ihren engsten Freunden genommen und ist am Donnerstagmorgen ohne Widerstand in Begleitung der Polizei, eines Arztes und einem Mitglied der Antifolterkommission nach Moskau ausgereist.

Obwohl wir bis zuletzt vergeblich dafür gekämpft haben, dass die Familie in der Schweiz bleiben kann, haben wir mit dem Kirchenasyl wenigstens eine Zwangsausschaffung verhindern können. Neben weiteren schrecklichen Erlebnissen wären bei einer Zwangsausschaffung durch die Polizei alle für die Familie vereinbarten Rückkehrhilfen von Seiten der Behörden entfallen. Nach dem Flug nach Moskau und einer langen Busreise ist die Familie seit dem 15. Juni wieder in Tschetschenien. Wir stehen mit der Familie in Kontakt, es geht ihnen soweit gut, aber vor allem die Kinder haben grosses Heimweh und vermissen ihre Freundinnen und Freunde. Tschetschenien ist ihnen ein fremdes Land!

Zusammen mit den vielen Unterstützern werden wir alles daran setzen, der Familie eine gute Zukunft zu ermöglichen. Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei der Familie und wünschen Ihnen Gottes Segen, Trost und Beistand.

Für Pfarrschaft und  Kirchenpflege: Markus Vogel, Vizepräsident

PS: Um allen Unkenrufen vorzubeugen: Für unser Kirchenasyl wurden keine Steuergelder der Kirchgemeinde verwendet! Alle Kosten wurden von privaten Spendern übernommen.

http://www.blick.ch/…/tschetschenen-maedchen-mussten-die-sc…

Medienmitteilungen zum Kirchenasyl der tschetschenischen Familie:

Medienmitteilung vom 8. Mai 2016
Berichte zum Kirchenasyl weiter unten

Die reformierte Kirche Kilchberg gewährt seit kurzem einer tschetschenischen Familie Kirchenasyl. Die Familie lebt seit 4 ½ Jahren in Kilchberg und geniesst eine breite Unterstützung innerhalb der Gemeinde (Aktion „Hier zuhause“). Wir reagieren damit auf die grosse Angst und Not der Familie im Hinblick auf eine drohende Ausschaffungsaktion seitens der Behörden. Das Erlebnis des ersten, unangekündigten Ausschaffungsversuchs im September 2015, welches weit herum auf Kritik gestossen ist, hat traumatische Spuren hinterlassen.

Nach ihrer Flucht aus Tschetschenien lebt die 6-köpfige Familie seit 4½ Jahren in Kilchberg und ist hier bestens integriert. Der Vater leidet noch immer sehr unter den in der tschetschenischen Haft erlebten Vorfällen und musste zeitweise hospitalsiert werden.

Unter dem Namen „Hier zuhause“ formierte sich eine breite Unterstützungsaktion in der Bevölkerung gegen ihre Ausschaffung. Nach einem abschlägigen Entscheid ihres Asylgesuchs unternahmen die Behörden am 17. September 2015 mittels massivem Polizeieinsatz morgens um 04.00 Uhr einen Ausschaffungsversuch, der die Familie - und nicht zuletzt die 4 Kinder - schwer traumatisiert zurückliess. Basierend auf allen uns zu Verfügung stehenden Informationen können wir das Vorgehen der Behörden nicht akzeptieren. Das Wiedererwägungsgesuch ans Bundesverwaltungsgericht wurde anfangs März 2016 abgelehnt, allerdings mit der expliziten Anweisung an die Vollzugsbehörden im Kanton Zürich, „dieser Situation besondere Beachtung zu schenken und die Beschwerdeführer bereits vorgängig psychologisch und medikamentös auf die Rückkehr vorzubereiten“. Bisher ist diesbezüglich nichts geschehen und jetzt steigt die Angst vor einer nächsten, noch härteren Rückschaffungsaktion. Dagegen wehren wir uns, zusammen mit sehr vielen Mitgliedern unserer Gemeinde und Kirche.

Tschetschenien, das in den letzten 20 Jahren zwei Kriege erleben musste, ist heute eine sogenannte Autonome Republik innerhalb von Russland und wird autokratisch durch Ransam Kadyrow regiert. Eine Beurteilung der Lage im Land, insbesondere der rechtstaatlichen Sicherheit, fällt unterschiedlich aus. Der Ausweisungsentscheid der Schweizer Behörden basiert auf einer sehr positivistischen Sicht auf Tschetschenien. Zu einer komplett anderen Einschätzung kommt Amnesty International in einem kürzlich veröffentlichen Bericht. Sicher ist, dass der Vater der tschetschenischen Familie in Kilchberg davon überzeugt ist, dass er nach seiner Rückkehr in Tschetschenien um sein Leben fürchten muss. Diese Todesangst und die traumatischen Erfahrungen für Eltern und Kinder aus dem ersten Ausschaffungsversuch haben uns dazu bewogen, die Familie in unserer Kirchgemeinde zu beherbergen und so Kirchenasyl zu gewähren.

Kontakt: Markus Vogel, Vizepräsident der Kirchenpflege und Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit, markus.vogel(at)refkilch.ch

Medienmitteilung als PDF 

Beurteilung von Amnesty International zur Situation im Nordkaukasus als PDF

Berichte in den Medien zum Kirchenasyl in Kilchberg

Das Gewähren von Kirchenasyl für die tschetschenische Familie in Kilchberg hat ein grosses Medienecho ausgelöst. Es gab auch viele Kommentare dazu in Online Foren, aber auch direkt an uns gerichtet. Natürlich waren positive und negative dabei, was bei einem so aktuellen Thema wie die Flüchtlings- und Asylpolitik nicht verwundern kann. Anschliessend sind einige der Beträge aus Zeitung, Fernsehen und Radio für Sie zusammengestellt (Links zu den jeweiligen Webpages)

Zürisee Zeitung vom 9.5.2016

Tagesanzeiger vom 11.5.2016

SRF Schweiz aktuell vom 9.5.2016

Tele Züri Talk Täglich vom 10.5.2016

Radio Regionaljournal Zürich Morgensendung vom 10.5.16

Anbei noch ein Referat von Pfarrerin T. Oldenhage, Zürich Fluntern zum "Prophetischen Wächteramt"
 

 

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