Informationen über unsere Glocken und das Uhrwerk

Wir nehmen den Artikel von unserem Liegenschaftenverwalter Sebastian Langemann, der im Reformiert No. 20 vom 26. Oktober 2018 erschien, als Anlass weitere Informationen über unsere Glocken und Uhrwerk auf dieser Seite zu publizieren. Der Anfang macht wie erwähnt der Artikel von Sebastian Langemann, danach folgt der Artikel von Pfarrer Martin Keller, anlässlich der Feier: 100 Jahre Glocken im März 1998. Bilder der damaligen Glockenaufzügen und weiter Informationen bilden den Schluss dieses Abschnittes.

 

Die Kilchberger Turmuhr hat das drittgrösste Zifferblatt in Europa

In meiner Funktion als Liegenschaftenverwalter betreue ich sehr interessante und unterschiedliche Bauten der Kirchgemeinde. Die älteste Liegenschaft ist unsere Kirche, ein besonders schöner Bau. Sie wurde im 12. Jahrhundert gebaut, Turm und Chor sind der St. Peter-Kirche in Zürich nachempfunden. Die Ähnlichkeit ist am ehesten beim Turm und vor allem beim Zifferblatt schnell erkenntlich. Dabei sind wir in Kilchberg stolz, dass wir das drittgrösste Turm-Uhr-Zifferblatt in Europa besitzen. (St. Peter hat das grösste Zifferblatt mit 8,5 Metern gefolgt von Big Ben in London mit 7 Metern und dann Kilchberg mit 5 Metern). Auch die Ausmasse der Zeiger sind gross – der Minutenzeiger misst 3,3 Meter und legt im Jahr 137,5 Kilometer zurück.

Uhrwerk
Das Uhrwerk wurde 1898 durch die Firma Mäder in Andelfingen installiert und steuert das Schlagen und Läuten der Glocken. Alle Zeitangaben, wie Viertelstunden- und Stundenschläge, werden von einem Hammer auf die Glocke „geschlagen“ und so zum Tönen gebracht. Die Glocken bewegen sich dabei nicht, sondern nur der Hammer, der je nach Befehl aus dem Uhrwerk die Anzahl Schläge auf die Glocke ausführt. Anders verhält es sich beim Läuten, wie zum Beispiel das Betzeit-, Vesper- oder Abendläuten etc. Dabei werden die Glocken durch einen Motor in Bewegung gesetzt und schwingen hin und her, der Ton wird dann vom Klöppel erzeugt, der bei der schwingenden Glocke links und rechts an die Glockenwand aufschlägt. Die Art des Läutens bestimmt, welche Glocken zum Einsatz kommen und in welcher Reihenfolge.

Glocken
Im Jahre 1894 stellte man fest, dass das jahrhundertealte Kilchberger Geläut schwer beschädigt war. Im gleichen Jahr beschloss die Kirchgemeindeversammlung ein neues Geläute anzuschaffen, da nach sorgfältiger Abklärungen feststand, dass die Glocken nicht mehr restauriert werden konnten. Diese Neuanschaffung ging nicht ohne „Nebengeräusche“ über die Bühne – unter anderen gehörte der Dichter Conrad Ferdinand Meyer zu den Gegnern der neuen Glocken. Darum konnten die Glocken erst im Jahr 1898 mit einem feierlichen Glockenaufzug in die Glockenstube (im Turm auf der Höhe der Zifferblätter) gehievt werden. (Wir haben einen Artikel von Pfarrer Martin Keller über diese Geschichte, Fotos und Dokumente auf unsere Homepage www.refkilch.ch hochgeladen.) Auf Anregung des legendären Sigristen Willy Joos wurde 1956 eine 5. Glocke (Abend-Glocke) in Auftrag gegeben. Willy Joos war ein Glockenspezialist und schrieb der Giesserei Rüetschi die Details der Glocke vor, damit diese nicht nur mit den 4 „alten“ Glocken, sondern auch mit dem Geläute der katholischen Kirche harmoniert.

Erhaltung der Kirche
Nach der umfassenden Renovation von 1921/22 wurden nur noch kleinere Innenrenovationen getätigt. Die letzte Gesamtrenovation fand in den Jahren 1994/96 statt. Der damals grösste Eingriff betraf den Westanbau, der heller, offener und weiter zu einem Foyer gestaltet wurde. Der damalige Präsident der Kirchenpflege, Ulrich Hartmann, schloss bei der Einweihungsfeier der neu renovierten Kirche sein Grusswort: „Möge die Kirche im neuen Gewande Ihnen, liebe Kilchbergerinnen und Kilchberger sowie allen Besuchern nicht nur als Bauwerk gefallen, sondern auch als Gotteshaus einer aktiven Gemeinde dienen und in Erinnerung bleiben.“

So sind auch wir, die jetzige Kirchenpflege, daran diesen Bau weiterhin zu pflegen und ihm Sorge zu tragen. Wir freuen uns auf möglichst viele Besucherinnen und Besucher.

Sebastian Langemann,
Liegenschaftenverwalter

 

Download als PDF:

Artikel von Sebastian Langemann als PDF

Artikel von Pfarrer Martin Keller über den Glockenaufzug 1898 und 1956 als PDF

Fotos vom Glockenaufzug 1898

Fotos vom Glockenaufzug 1956

Am Schluss der damalige Sigrist Willy Joos und das Uhrwerk von 1898, welches noch heute seinen Dienst tut.

 

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